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Istanbul - Kappadokien 

 

Fähre von Istanbul nach Yalova (man erspart sich so den zeitraubenden Berufsverkehr)

 

Wer hätte gedacht, dass wir so weit südlich noch so frösteln würden. In der Süd-Türkei, so sagte uns unser gesunder Menschenverstand, wird es sicherlich mächtig warm sein. Ja von wegen! Seit wir Istanbul hinter uns gelassen haben, hatten wir scheinbar ein Tiefdruckgebiet im Schlepptau. Regen, klamme Klamotte, kalte Finger - es war zum verrückt werden. Wer kann schon von sich behaupten, Pamukkale bei 9 Grad und bedecktem Himmel gesehen zu haben... Den spontan gefassten Plan, entlang der Schwarzmeerküste weiterzureisen haben wir in dem Moment ad Acta gelegt, als wir in einem Restaurant zufällig den Wetterbericht im Fernsehen gesehen haben. Vier Grad und fette dunkle Regenwolken-Symbole für die nächsten Tage waren Grund genug, doch das Wetterglück im Süden zu suchen.

 

Dort drüben scheint die Sonne

 

Aber nach knapp zwei Wochen Arsch abfrieren (ich habe mich schon fast daran gewöhnt), sitzen wir jetzt am menschenleeren Bilderbuchstrand von Fethiye an der Südküste und lassen unsere durchnässten Klamotten und Zelte bei Sage und schreibe 27Grad von der Sonne trocknen. Hurra, hurra, wir sind gefühlsmäßig endlich im Süden angekommen!!!

 

Der gestrige Tag hatte es übrigens in sich. Wie schon bei der letzten Tour hatte uns starker Regen über Nacht die Weiterfahrt versaut und so hatten wir trotz der Stollenreifen große Problem die Straße wieder zu erreichen. Aufgrund des glitschigen Lehmbodens habe ich mich einmal auf die Fresse gelegt und Carsten musste das Schutzblech ausbauen, damit wir sein Mopped mit vereinten Kräften auf rettenden Asphalt schieben konnten.

 

Mein erster (harmloser) Sturz

 

 

Wir werden jetzt entspannt entlang der Südküste cruisen und nach diversen Badeorten wird Kappadokien als nächstes Ziel anvisiert. Die Türkei, das sei vorerst nur am Rande erwähnt, ist ein großartiges Reiseland und entspricht in keinster Weise den Klischees, die in Deutschland die Runde machen.

  

Strand nahe Fethiye (endlich geiles Wetter)

 

 Geniale Unterkünfte am Strand von Olympos

 

 

 

 

 

 

Hölle, war das ne Nacht... ;-))

 

 

 

 

 

 

Dem Meer haben wir vorerst den Rücken gekehrt. Nach zwei tollen und abwechslungsreichen Etappen entlang der Südküste bis Mersin und Adana (das Stück zwischen Antalya und Alanya kann man sich echt sparen) sind wir nun in Zentralanatolien angekommen. Es ist schon beeindruckend, wenn man die schneebedeckten Berge sieht, die sich in alle Himmelsrichtungen bis zum Horizont erstrecken und vor allem, was die Natur hier in Kappadokien über Jahrmillionen gezaubert hat. Bizarre Felsformationen aus Tuffgestein, in die sich die Menschen seit unzähligen Jahren ihre Behausungen gehauen haben. Wir sind mitten in dieser einzigartigen Landschaft, in dem kleinen Ort Göreme untergekommen und sind fleißig dabei, das Gebiet zu Fuß und mit unbeladenem Motorrad zu erkunden. Da noch Vorsaison ist, können wir sämtliche Wanderwege ungestört abfahren. Ein Mordsspaß sag ich Euch. Tiefe Schluchten, kleine Bäche, die durchquert werden müssen und ringsherum die magischen Felsformationen. Zu der Ortschaft Göreme kann ich sagen, dass ich selten einen Platz gesehen habe, an dem es besser funktioniert, dass Touristen und Einheimische harmonisch eine Einheit bilden, ohne das alles seinen ursprünglichen Charme verloren hat.

 

 

 

Eben sind wir an einen Punkt gefahren, wo auch das Foto auf der Startseite aufgenommen wurde. Wir hatten diesen famosen Ausblick für uns so lange alleine, bis eine Ladung Bustouristen ankam, um dort Fotos zu schießen und die Aussicht zu genießen. Ein älterer Österreicher, den es wohl störte, dass unsere Moppeds auf seinem Urlaubsfoto verewigt sind regte sich tierisch auf und sagte: „Es ist wirklich dumm, hier mit dem Motorrad hinzufahren“. Als ich darauf antwortete, dass es hingegen dumm sei, hier mit dem Bus herzukommen, hat er die Klappe gehalten und seine Mitreisenden schweigend mit dem Kopf genickt.

 

Die nächste Etappe wird uns durch das östliche Anatolien zur iranischen Grenze führen und von dort in die geschichtsträchtige Stadt Esfahan.

 

Naturwunder in Zentralanatolien

 

 

 Kappadokien - Isfahan

 

Die vergangenen Tage haben mir eindrucksvoll bewiesen, dass unsere türkischen Mitbürger in Deutschland völlig zu Recht so stolz auf ihr Heimatland sind. Zukünftig werde ich mich nicht mehr genervt in die Wohnung zurückziehen, wenn sich die Kölner Straßen aufgrund eines türkischen Fußballerfolges in ein rot-weißes Fahnenmeer verwandeln. Im Gegenteil!

Wir haben die Türkei mittlerweile der Länge und der Breite nach durchquert und unzählige Eindrücke gewonnen., bemerkenswerte Menschen kennengelernt, gefroren, geschwitzt, geflucht und viel gelacht. Wie groß und wie wundervoll diese Land fern von aufgemotzten 3er BMWs, Türstehern und Goldketten doch ist. Was uns an Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft entgegengebracht wurde, lässt sich in ein paar Zeilen nicht in Worte fassen.

 

 

 Kinder in Anatolien

Es fängt nicht zuletzt damit an, das wir noch immer nicht von der Polizei kontrolliert worden sind. Zwar haben türkische Soldaten (Jandarma) in der Zwischenzeit dreimal unsere Fahrt unterbrochen, doch jedes Mal, wenn ich auf die Frage nach unserer Herkunft mit „Germany“ oder „Almania“ geantwortet habe, hob man den Daumen und die übliche Durchsicht der Ausweisdokumente war kein Thema mehr. In Grenznähe zum Irak, wo die Kontrollen überwiegend von bis an die Zähne bewaffneten Militärpolizisten und gepanzerten Einheiten durchgeführt werden, fanden wir uns im Waffenlager zwischen Sandsäcken und scharfer Munition wieder und plauderten bei einem obligatorischen Tee über Fußball, Familienstände und die Vorzüge der doch so verschiedenen Heimatländer.

 

 

Leider haben wir auch die erste richtige Panne zu verzeichnen. Die Vergasermembrane an Carstens Motorrad waren zu stark verschlissen, als das wir eine Einreise in den Iran wagen wollten. Und da der Pass, den wir zum Grenzübergang in den Iran überqueren müssen angeblich von Neuschnee bedeckt war, haben wir uns entschieden, in der Stadt Van am gleichnamigen See zu warten, bis der Schnee getaut ist. In der Zwischenzeit wollten wir versuchen, die Membrane zu reparieren. Nur wie soll man das anstellen? Ich hatte mal gehört, man könne es mit verstärkten Kondomen und Fahrradflickzeug in den Griff bekommen. Doch verstärkte Kondome in Ost-Anatolien? Was in Köln in jedem Gay-Shop an der Kasse liegt (habe ich mir sagen lassen…) könnte hier, bei dem Versuch den Begriff pantomimisch zu erklären, im Desaster enden. Doch auch hier habe ich das Improvisationsgeschick der Leute unterschätzt. Nach gefühlten fünf Liter Tee (ich weiß nun wo das Sprichwort „Abwarten und Tee trinken“ seinen Ursprung hat), stand plötzlich jemand mit der ersehnten Ware in der Hand im Raum. Zwar keine Originalteile, aber immerhin. Der Weiterreise stand so nichts mehr im Weg, obwohl seitdem die Ungewissheit mitfährt, ob die Dinger auch wirklich halten

 

Technische Problemloesung auf anatolisch. Ohne Worte...

 

  

Iran

Endlich sind wir im alten Königreich Persien angekommen. Was ich oben noch über die Gastfreundschaft in der Türkei geschrieben habe, erfährt hier in diesem angeblichen Schurkenstaat neue Maßstäbe. Ich bin ja schon weit gereist und habe viele Länder gesehen, aber in noch keinem konnte ich eine derartig aufrichtige und von Herzen kommende Gastfreundschaft genießen. Egal wo man hält, man wird nett begrüßt, dass es einem als Mitteleuropäer fast schon peinlich ist. Man fragt sich, wann haben wir in Deutschland diese Eigenschaft bloß verloren? Da ist z.B. Süleymani, ein etwa 50jähriger Beamter, der sich nicht davon abbringen ließ, einen über 40 Kilometer langen Umweg zu fahren, nur um uns eine Kreuzung zu zeigen, die wir ohnehin gefunden hätten, da es keine andere gab… Oder Hati, der uns in sein Haus einlud und wir mitten in der Pampa eine fürstliche Herberge fanden und wie die Könige behandelt wurden. Wenn wir kurz am Straßenrand anhalten stoppt stets ein Wagen und wir werden zu Tee und Süßigkeiten eingeladen, die man auf einer Decke im Straßengraben sitzend zu sich nimmt. Keine Polizeikontrolle lässt es sich nicht nehmen, uns anzuhalten, um uns zu sagen, wie toll die Deutschen doch sind. Sie schimpfen alle fürchterlich auf Israel und die USA, beziehungsweiße Geroge W. Bush (hier wird gerne ein Schuh in die Höhe gestreckt…) aber wenn sie das Wort Almania in den Mund nehmen, verhakeln sie die Zeigefinger der linken und rechten Hand und betonen, dass Iran und Deutschland Brüder seien. Wir seien immer gut zu ihnen gewesen und haben durch Diplomatie anstatt durch Säbelrasseln geglänzt.

 

 

Süleyman, einer von unzähligen freundlichen Helfern

 

 

Irgendwo in der anatolischen Hochebene

Mittlerweile sind wir in Isfahan eingetroffen, jener Stadt, die als die schönste Perle des Orients bezeichnet wird. Die Fahrt hierher war traumhaft. Auch die Benzinpreise sind nach dem sündhaft teuren Sprit in der Türkei die reinste Erholung für den Geldbeutel. Ein Liter Benzin kostet offiziell nur 7 Cent pro Liter. Man muss aber dabei sagen, dass dieser Preis nur dann gilt, wenn man eine Tankkarte besitzt, mit der die einheimischen den Sprit beziehen (die Literzahl ist da begrenzt). Als Tourist muss man aber den vierfachen Preis zahlen - was aber bei etwa 30 Cent nicht sonderlich ins Gewicht fällt.

 

Imam Square in Isfahan

 

 

Im Iran ist es wesentlich entspannter, als man allgemein annimmt.

 

 Wie man sieht, haben wir die Reiseroute aus strategischen Gruenden abgeaendert und fahren erst durch den Iran und danach erst durch die arabische Welt.

 

 

 

 

 Die schönsten Plätze zum wild Campen (wird noch aktualisiert)

N36 23.900 E30 28.546 – Türkei Olympos Beach

N36 09.557 E33 27.940 – Türkei Toller Wildcampplatz and der Südküste

N37 47.519 E44 05.196 – Kurdistan – Wildcampen vor der iranischen Grenze

N27 47.549 E53 47.995– Iran – Traumhafter Zeltplatz in einer Dattelplantage