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Tallinn - Torshavn

 

Tage der Trauer sind angesagt! Russland wurde gestrichen und unsere Reiseroute musste erneut abgeändert werden. Ich muss sagen, dass mir dies einen ziemlichen emotionalen Dämpfer verpasst hat.  Es hat leider nicht geklappt, dass Carsten in den Besitz seines Fahrzeugscheines gekommen ist. Mehr will ich dazu momentan nicht sagen... Nach zwei Tagen Trübsal blasen (ich hatte mich unendlich auf Karelien gefreut), habe ich die Entscheidung getroffen, das wir uns trotz allem nicht wieder trennen werden. Wir sitzen stattdessen momentan auf der Fähre Richtung Helsinki, um von dort Richtung Polarkreis aufzubrechen. Vielleicht schafft es ja die Mitternachtssonne, mein  Gemüt wieder zu erhellen. Zu all der Enttäuschung kommt noch hinzu, dass man letzte Nacht versucht hat meine Koffer aufzubrechen. Gott sei Dank ohne Erfolg, doch auch dieses Ereignis trägt nicht gerade zur Erheiterung bei...

Auf nach Finnland

 

Finnland

 All mein Wut, die Frustration und Niedergeschlagenheit sind neuem Kampfgeist und Tatendrang gewichen. Wir steuern nun entlang der wunderschönen (wenn auch Mücken verseuchten) Ostseeküste Finnlands in Richtung Rovaniemi, jener Stadt am Polarkreis, wo der Weihnachtsmann sein  Zuhause hat und sogar ein eigenes Postamt besitzt. Wir sind sehr gespannt, wie es wohl ist, mitten im Sommer über einen Weihnachtsmarkt zu bummeln. Schon jetzt wird es nachts übrigens nicht mehr dunkel. In besagter Stadt geht die Sonne heute um 01:11 Uhr unter und schon um 01:21 wieder auf. So brauch man beim Lesen im Zelt keine Taschenlampe mehr...

 

Netter Finne mit Nachwuchs

Ostseeidylle

 (Ein Großteil der Häuser ist in dem für Skandinavien so typischen "Falun-Rot" gestrichen. Einst nur ein billiges Abfallprodukt der Kupfermine von Falun, heute schon ein nicht weg zu denkender Bestandteil ganz Skandinaviens)

 

 Nacht an einem von knapp 70.000 Seen in Finnland

 

Unmengen von Plagegeistern (dieses Foto habe ich mit enormem Juckreiz bezahlt...)

 

 Wenn ihr nicht nach Russland fahrt“, so die Reaktion meines Vaters auf meine fernmündliche Auskunft über den frustrierenden Stand der Dinge, „dann fahrt unbedingt nach Rovaniemi in Finnland. Durch diese Stadt verläuft der Polarkreis und der Weihnachtsmann soll da sein eigenes Postamt besitzen“. Ein Postamt des Weihnachtsmannes am Polarkreis. Na super, dachte ich mir. Das kann ja nur der letzte Touristen-Scheiß sein.“ Genau genommen lag ich damit auch gar nicht so verkehrt, denn in dem sogenannte „Weihnachtsmanndorf“ in Lappland wimmelt es nur so von Kitsch- und Souvenirläden, die alle versuchen den letzten Mist zu barer Münze zu machen. Wenn da nicht besagtes Postamt wäre… Ich hatte das Glück, eine exklusive Führung zu bekommen und dabei dem Weihnachtsmann über die Schulter zu blicken.

Jahr für Jahr, und das im Zeitalter von Email und SMS, erreichen den Weihnachtsmann hier am Polarkreis abertausende von handschriftlichen Briefen, die vornehmlich von Kinderhand verfasst wurden. Über 600.000 aus 197 Ländern waren es allein im letzten Jahr, berichtet mir Heidi, eine liebenswürdige Angestellte, die seit mehreren Jahren schon im Dienste der Post arbeitet und hier ihren Traumjob gefunden hat. Die mit Abstand meisten Briefe, so die Statistik, kamen demnach aus Großbritannien, gefolgt von Italien, Polen und Finnland. Um die Berge an Papier überhaupt bearbeiten zu können, werden in der Weihnachtszeit mehrere Studenten und Rentner angestellt. Schließlich ist man bemüht, jeden einzelnen Brief zu beantworten - vorausgesetzt sie beinhalten nicht nur Wunschzettel und der Absender ist gut leserlich formuliert.

Da wohl ein großer Teil aus der Auflistung von Wünschen besteht möchte ich natürlich wissen, was denn am begehrtesten sei? „Nun, dass kommt darauf an, aus welchem Land die Briefe kommen.“ so Heidi. Während sich die europäischen Kinder überwiegend Computerspielkonsolen, Handys und anderes Konsumgut ersehnen, wünschen sich Kinder aus Ländern wie etwa Mali, Guatemala oder dem Kongo hingegen Friede, genug zu Essen oder die Möglichkeit zur Schule gehen zu können. Mich interessiert ebenfalls, was denn der bisher skurrilste Wunsch gewesen sei, an den sie sich erinnern könne, doch diese Frage kann sie mir nicht beantworten. Es stimme schon, dass ab und an ziemlich merkwürdige Sachen gewünscht würden. Da müsse man schon einmal mit dem Kopf schütteln. Doch diese Briefe blieben einem nicht sehr lange im Gedächtnis. Woran sich aber sicherlich jeder der Angestellten ewig erinnern werde, so Heidi, sei ein Brief, der sie alle tief im Herzen getroffen habe. „Warte einen Moment!“, bittet sie mich und verschwindet in einem der kleinen Büros im hinteren Gebäudetrakt. Als sie zurück kommt, hält sie einen Brief in beiden Händen, den sie wie einen wertvollen Schatz behandelt. Nachdem ein paar übrig gebliebene Krümel aus der Mittagspause mit einer wischenden Handbewegung von der Tischplatte auf den Boden gefegt sind, breitet sie das Schriftstück sorgfältig darauf aus. Genau dieser Brief, sagt sie mir, hätte sie so sehr berührt, dass sie auch jetzt wieder mit den Tränen kämpfen müsse. Sie hätten ihn in der Weihnachtszeit im Jahr 1992 von einem kleinen Mädchen aus dem ehemaligen Jugoslawien erhalten. Ich lese mir den in leicht verständlichem Englisch verfassten Brief durch und muss kräftig schlucken, als ich mir die Situation des Kindes durch den Kopf gehen lasse. Sie schreibt mit kindlicher Unbekümmertheit aus dem umkämpften Sarajewo und dem großen Leid ihrer Mutter. Schließlich bittet sie den Weihnachtsmann einfach nur darum, sie wieder glücklich zu machen. Er solle doch bitte veranlassen, dass ihr Papa wiederkommt…

Auch mich bewegt dieser Brief sehr! Als ich wieder zu Heidi hochblicke müssen wir beide kurz schlucken. Dann lachen wir, wischen uns unsere Augen mit den Ärmeln ab und sie führt mich weiter durch die heiligen Hallen des Joulupukki, wie man den Weihnachtsmann hier oben in Finnisch-Lappland nennt. Ein wirklich magischer Ort. Ach übrigens, egal wo auch immer ihr auf der Welt seid und dem Weihnachtsmann eure Wünsche zukommen lassen wollt - es reicht völlig aus, wenn als Empfänger „An den Weihnachtsmann“ angegeben wird. All diese Briefe, ob an Santa Claus, Papa Noel, Babbo Natale, Joulupukki oder eben den Weihnachtsmann landen hier auf Heidis Tisch am Polarkreis im finnischen Rovaniemi.

 

Heidi - ein Engel im Dienste des Weihnachtsmannes

 

  

Schweden

 Schweden rockt! Und zwar gewaltig! Was wir auf den paar Kilometern auf schwedischem Boden bereits gesehen haben, ist der Hammer. Ich meine nicht den Ikea-Mega-Store, den man als erstes erblickt, wenn man über die Grenze fährt. Die Leute sind einfach oberlässig. Selbst in den USA habe ich beispielsweise nie so viele alte aufgemotzte Oldtimer und Harleys gesehen. Wenn die meisten Teenager wie Rockstars rumrennen ist es kein Wunder, dass aus diesem Land fast alle meine Lieblingsband kommen...

Wir werden nun weiter entlang der Küste Richtung Oslo fahren und von dort nach Dänemark, wo die Fähre nach Island auf uns wartet. Leider gibt es seit diesem Jahr keine Fährverbindung mehr ab Bergen. Aus diesem Grund haben wir auch das Nordkap gestrichen, da wir die verbleibende Zeit in Ruhe auf der dampfenden und brodelnden Insel im Nord-Atlantik verbringen möchten.

 

Abifeier in Lulea - Alter Schwede! Welcher Schüler soll sich da auf Stochastik und Textanalysen konzentrieren...

 

 Prost!!

Dieses Schild kam einer Einladung gleich, unsere Karren einmal richtig hart ran zu nehmen... ;-)

 Wir hatten auf dieser Supermoto-Strecke einen Mordspass dabei, zu ermitteln, welche Rundenzeiten wir vollbeladen erreichen können. Den Bauarbeitern am Rand der Strecke hat unsere ziemlich lächerliche Darbietung jedenfalls gefallen

 

 

Es bedarf nicht immer des Weihnachtsmannes...

Vielen Dank an Polo für den neuen Kopfschutz. Saustarke Aktion von Euch, da ich nun die Pisten Islands bedenkenlos in Angriff nehmen kann...

 

 

Überraschungsbesuch in Oslo.

Wie emotional ein Wiedersehen nach knapp einem viertel Jahr doch sein kann...  Nach ein paar unglaublich schönen Tagen in den Fjorden Norwegens nehmen wir wieder Kurs in Richtung Schweden. Über Göteborg und Kopenhagen geht es weiter nach Hanstholm, wo am 27. die Fähre auf uns wartet.

 

 

 

Reifenwechsel nach knapp 22.000 Kilometern Laufleistung. Wäre meine Freundin nicht hinten drauf mitgefahren, hätte ich wohl noch 2000 km "rausgekitzelt"...

 

Knapp ein viertel Jahr sind wir nun unterwegs und stolze 23.000 Kilometer Abenteuer liegen hinter uns. Wir sind mittlerweile in Hanstholm (Dänemark) angekommen. Hier wird übermorgen (27.06.) die Fähre nach Thorshavn auf den Farör Inseln ablegen von wo es dann drei Tage später durch den Nordatlantik Richtung Island geht. Ich wette, dass der nette Dame, die uns die Fährtickets verkauft hat, noch nie Kunden gegenüberstanden, die so verdammt stolz darauf waren, diese Tickets in Händen zu halten. Ich will gar nicht wissen, was emotional abgehen wird, wenn die Fähre uns an Land spucken wird und die Motorräder isländischen Boden befahren. Ich freue mich jedenfalls wie ein Bekloppter auf genau diesen Moment. Bis dahin werden wir hier an einsamen Nordseestränden noch eine ruhige Kugel schieben. Es war am gestrigen Tage übrigens ein komisches Gefühl und zugleich sehr verführerisch, nur wenige Kilometer an Deutschland vorbei zu fahren. Wir haben jedoch widerstanden, die Carnets (Zolldokumente) abstempeln zu lassen, um vorzeitig die 3000 Euro Pfandgeld vom ADAC zurückerstattet zu bekommen. Auch ein Besuch bei Aldi wäre nett gewesen, um uns noch mal zu zivilen Preisen für die Weiterfahrt einzudecken. Wehe es jammert an dieser Stelle jemand, in Deutschland seien die Lebensmitte so teuer… Hier in Skandinavien haben wir uns (nicht zuletzt wegen der Bierpreise) einen deutschen Discounter gewünscht. Apropos Preise - wir sind beide sehr gespannt, wie es sich auf der von einer Staatspleite gebeutelten Insel verhält. Angeblich ist Island aufgrund des dramatischen Verfalls der Krone vom teuersten zu einem der billigsten Reiseländer Europas geworden. Wir hätten nichts dagegen…

 

Infos zur Fähre:

 

Seit diesem Jahr wird Island nur noch von Dänemark aus angelaufen. Die Verbindung von Bergen (Norwegen) ist leider gestrichen worden.

Das Schiff geht einmal wöchentlich von Hanstholm aus und man hat die Möglichkeit, ein paar Tage auf den Faröer Inseln einen Zwischenstopp einzulegen. Der ganze Spaß kostet 570 Euro (hin- und zurück). Die Überfahrt dauert 30 Std. bis Thorshavn (Faröer) und noch mal 16 Std. bis Island.

 

Traumstrand in Dänemark

Warten auf den richtigen Moment für DAS Foto

 

Die Färöer Inseln - Ein Traum in Grün...

 

 Der Norden auf den Faröer Inseln

 

 Traumhafte Landschaft abseits asphaltierter Weg...

 

 Wildcampen an der Südküste

 

Körperhygiene wie die Wikinger...

Traumhafte Motorradstrecken

 

 Bericht über diese traumhafte Land folgt wenn ich wieder vernünftigen Internetzugang habe. Nur soviel: Es ist traumhaft hier. Eines der bislang schönsten Länder, die ich je gesehen habe... Ich bin wohl in meinem vorherigen Leben doch eher ein Wikinger gewesen, als ein Beduine...

 

 

Unsere Zeltplätze:

N62 01.974 W6 48.437 - Färöer Inseln - Wild Campen nördlich Thórshavn

N62 19.659 W6 56.476 - Färöer Inseln - Wild Campen im schönsten Ort Gjöv

N62 01.050 W6 54.374 - Färöer Inseln - Wild Campen mit traumhafter Aussicht